Runter mit dem Winterschmutz

27. Februar 2026

Die Eiskratzer- und Schneebesen-Saison neigt sich ihrem Ende. Im Licht der wärmenden Sonnenstrahlen werden nun Schmutz auf Lack und Scheiben besonders gut sichtbar. Es ist Zeit, das Auto frühlingsfit zu machen. „Bei allem Putzenthusiasmus sollte man aber überlegt zu Werke gehen“, rät Ann-Christin Mainz von TÜV SÜD: „Eine Motorwäsche etwa sollte nur von einem Fachmann durchgeführt werden. Wer selbst mit einem Hochdruckreiniger im Motorraum herumhantiert, riskiert schwere Schäden an der Fahrzeugelektronik.“ Erhöhte Umsicht gilt desgleichen bei den Reifen. Grundsätzlich sollte man den Hochdruckreiniger in ihrem Bereich so kurz wie möglich einsetzen, auf einen möglichst breiten, flächigen Wasserstrahl und auf einen Abstand von mehr als zwei Metern achten.

Doch vor Beginn jeglicher Reinigungsaktivitäten ist Grundsätzliches zu klären. „In vielen Kommunen ist eine Wagenwäsche auf dem eigenen Grundstück oder der Straße verboten“, erinnert Mainz und empfiehlt eine Fahrt zu einer Waschstraße. „Deren wichtigster Vorteil ist ihr geschlossener Wasserkreislauf. So wird die Umwelt nicht durch Putzmittel belastet.“ Zudem legt die TÜV SÜD-Fachfrau Autobesitzern beim Frühjahrsputz eine fachmännische Unterbodenwäsche ans Herz. Salzreste und Schmutz in den Kotflügeln und auf dem Unterboden sind ein Nährboden für Rost.

Durchaus in Eigenregie kann man die Innenreinigung seines Fahrzeugs in Angriff nehmen. „Staubsauger, Glasreiniger, Polsterschaum, eventuell Lederpflegeschaum, Kunststoffpflegemittel, Fleckenwasser, ein Schwamm, Bürsten, Zahnbürste für kleine Ecken und Winkel sowie ein Microfasertuch sind dabei hilfreiche Utensilien“, schildert die TÜV SÜD-Expertin ihre Erfahrungen und „um sich unnötige Laufereien zu ersparen, sollte man alles in Griffnähe haben.“ Staubsauger an Waschanlagen haben oftmals die bessere Saugkraft, Hausgeräte anderseits verschiedene Düsen, gibt sie zu bedenken. Zwei Profitipps zur Putzaktion: Wer Tierhaaren mit Wasser zu Leibe rückt, erreicht lediglich, dass die Haare ins Polster einziehen. Hier helfen erfahrungsgemäß nur Flusenbürsten, ein starker Staubsauger und eine Bürste. Den berüchtigten Kaugummi auf Polstern oder dem Teppich bekämpft man zunächst mit einem Kältespray, bevor man ihn vorsichtig aus den Fasern bricht.

Wichtig: Bei der Reinigung des Innenraums den Kofferraum nicht vergessen. „Gerade hier, insbesondere in der Reserveradmulde, sammeln sich schnell Schmutz und oft auch Feuchtigkeit“, erinnert die TÜV SÜD-Fachfrau.

Wurden Polsterungen oder Sitzbezüge in Mitleidenschaft gezogen, rät Mainz, die Bedienungsanleitung zu Rate zu ziehen: „Je nach Material, etwa Stoff oder Leder, stehen verschiedene Produkte für die Reinigung zur Wahl. Um Kunststoffteile auf Hochglanz zu polieren oder matte Oberflächen aufzufrischen, bietet der Handel unzählige Hilfsmittelchen an. Für welches man sich entscheidet, ist nicht allein eine Frage des Geschmacks und des Preises. „Es empfiehlt sich, zu Markenprodukten zu greifen“, meint die TÜV SÜD-Expertin. Auf Glanzsprays sollte man besser verzichten, denn die machen Flächen rutschig. „Am Lenkrad oder an den Pedalen kann das sogar fatale Folgen haben“, gibt sie zu bedenken. Bei der Pflege der Instrumententafel und den Oberflächen der Airbagmodule dürfe man keine lösungsmittelhaltigen Reiniger verwenden. Sie greifen das Material und die Sollbruchstellen des Airbags an, können es porös machen und so irreparabel beschädigen. „Grundsätzlich gilt, Haushaltsreiniger oder Geschirrspülmittel sind bei der Fahrzeuginnenreinigung tabu“, warnt Mainz.